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13. Soldan Tagung 2017

"Ist klinische Juristenausbildung sinnvoll, notwendig oder unerwünscht?"

Am 29. und 30.6.2017 fand die 13. Soldan Tagung zu dem Thema "Ist klinische Juristenausbildung sinnvoll, notwendig oder unterwünscht?" statt. Die zweitägige Veranstaltung fand großen Anklang und wir durften neben Rechtsanwält*innen auch viele Mitglieder von Law Clinics aus ganz Deutschland begrüßen.

Am 29. Juni wurde zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht. In den Räumlichkeiten der Universität zu Köln wurde die Entwicklung der LAw Clinics-Landschaft gesprochen, der durch die RDG Reform geschaffene Rechtsrahmen aufgezeigt und diskutiert, ob und wie Law Clinics in die Juristenausbildung eingegliedert werden können. Im Anschluss daran gab es ein Get Together bei Kölschem Buffet.

Am 30. Juni fand der zweite Tag der Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Fritz-Thyssen-Stiftung statt. Als Einstieg haben sich vier Law Clinics im Rahmen der Case Studies vorgestellt und über ihre Erfahrungen gesprochen, darunter auch die Refugee Law Clinic Köln. Auch auf internationalen Input musste man nicht verzichten. So stellten Hannah Camplin (University of Westminster, London) und Keeley Fletcher (Sheffield Hallam University) ihre Erfahrungen in Großbritannien dar, einem Land, in dem studentische Rechtsberatung seit Langem fest etabliert ist.

Großen Diskussionsbedarf lieferte die Frage, inwieweit Law Clinics in die Juristenausbildung integriert werden können. Vor der geplanten Reform zur Juristenausbildung äußerste sich im Rahmen einer Diskussion in Form des Fish Bowl Formats unter anderem Frau Gudrun Schäpers, damalige PRäsidentin des Landesjustizprüfungsamtes.

Fortgeführt wurde die Veranstaltung in Teil 5 mit dem Thema "Law Clinics und Anwaltschaft". Eine Studie des Soldan Instituts hat jüngst belegt, dass die Mehrzahl der Anwälte die Aktivitäten von Law Clinics bislang nicht wahrgenommen hat – wenn doch sie aber mehrheitlich als unerwünschte Konkurrenz gesehen werden. Diskutiert wurde erneut in Form des Fish Bowl Formats, ob Law Clinics tatsächlich Wettbewerber für Rechtsanwälte sind – oder nicht vielleicht auch eine Chance, Studierende frühzeitig für die anwaltliche Arbeit zu begeistern.

Zum Abschluss wurde darüber gesprochen, ob der derzeit existierende Rechtsrahmen in Form des § 6 RDG und der allgemeinen Grundsätze des Zivilrechts ausreichend sind, oder ob zu einer Professionalisierung von Law Clinics auch gehört, dass es einheitliche, verbindliche Regeln für die studentische Rechtsberatung in Deutschland gibt.

 

Zum Programm der Veranstaltung gelangen Sie hier...